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Duales Studium Handel
“ Meinen ersten großen Aha-Moment gab es schon im ersten Studienjahr“

Die Nachfrage großer Handelskonzerne nach speziell ausgebildeten Kräften nimmt seit Jahren zu, die Karriereaussichten sind hervorragend. Aber was genau lernt man in den meist dualen Studiengängen und auf welche Arbeit bereiten sie vor? Spannende Einblicke lieferten uns Felix, Katja und Ajah, die bei EDEKA Südbayern angestellt sind.

Welche Schwerpunkte gab oder gibt es im Studium?

Felix: Nach verschiedenen Stationen im Studium bin ich inzwischen im Einkauf für Wein, Sekt und Spirituosen angekommen. Ich kümmere mich im Grunde darum, dass alle Artikel unserer Lieferanten richtig im System erfasst sind, die Preise stimmen und die Ware im richtigen Lager landet. Dazu kommen noch Werbeaktionen und der tägliche Kontakt zu den Lieferanten.

Katja: Ich studiere an der DHBW Heilbronn BWL Dienstleistungsmanagement im Schwerpunkt Human Resources. Das würde ich im Grunde als ein BWL-Grundlagenstudium mit Einschlägen aus dem Personalwesen beschreiben. Die Studieninhalte setzen sich z.B. aus Unternehmensführung und -rechnung, Marketing oder schwerpunktgemäß Themen aus dem Personalwesen zusammen. Mein Arbeitsalltag hingegen sieht etwas anders aus. In der EDEKA Südbayern verbringe ich die meiste Zeit im Bildungswesen und werde zur Trainerin ausgebildet. Wir bieten für unsere Auszubildenden Seminare an, um diese während der Ausbildung zu unterstützen; um Wissen zu vermitteln, welches diese im Marktalltag gebrauchen können und um auf Prüfungen vorzubereiten. Und genau daran bin ich mit beteiligt. Das heißt, ich lerne sozusagen die Trainierendenrolle indem ich mich an Kolleg*innen und deren bestehenden Leitfäden orientiere, bereite Seminare methodisch vor und halte diese dann zusammen mit den Azubis. Das ist schon ziemlich spannend und fordernd. Besonders beeindruckend finde ich, wie verschiedene Kolleg*innen unterschiedlichste Methoden anwenden oder die Teilnehmenden einfangen und Lernatmosphären schaffen.

Ajah: Während meines Studiums lag mein Schwerpunkt insbesondere im Bereich Vertrieb. In diesem Zusammenhang konnte ich die verschiedenen Vertriebsbereiche, darunter Regie und Selbstständiger Einzelhandel, kennenlernen und sowohl im Innen- als auch im Außendienst wertvolle Erfahrungen sammeln. Der Vertrieb als Kerngeschäft von EDEKA bietet spannende Einblicke in zahlreiche Prozesse und Schnittstellen. Von der Warenbestellung über die Bestandsführung bis hin zur Inventur und Personaleinsatzplanung erhielt ich einen umfassenden Überblick über die vielfältigen Abläufe im Unternehmen. Besonders bereichernd war die Zusammenarbeit mit vielen unterschiedlichen Mitarbeitenden, die mir gezeigt haben, wie die verschiedenen Bereiche bei EDEKA ineinandergreifen. Dabei war es mir wichtig, die zugrunde liegenden Prozesse zu verstehen und die Kolleginnen und Kollegen aktiv zu unterstützen. Dies umfasste unter anderem die Erstellung von Auswertungen, die Prüfung von Daten sowie die eigenständige Bearbeitung kleinerer Projekte. So konnte ich nicht nur mein Fachwissen erweitern, sondern auch wertvolle praktische Erfahrungen sammeln.

Welcher Bereich hat euch am meisten interessiert?

Felix: Meinen ersten großen Aha-Moment gab es schon im ersten Studienjahr. In den Vorlesungen zur Supply Chain hatte ich zwar viel über unterschiedliche Lagersysteme gelernt. Als ich das Ganze dann aber zum ersten Mal live im vollautomatisierten Lager in Landsberg am Lech gesehen habe, war ich echt beeindruckt.

Katja: Ich starte gerade frisch ins dritte Semester und bisher war der Schwerpunkt meines theoretischen Studiums auf das Grundlagenstudium BWL ausgerichtet. Was ich daran so super finde, ist, dass ich z.B. durch Vorlesungen über Makro- und Mikroökonomik die Welt erklärt bekomme, also wie unsere Wirtschaft funktioniert, wie die Politik da mit reinspielt und wie Unternehmen am Markt agieren. Das dann am eigenen Unternehmen quasi praktisch umgesetzt zu erleben, Entwicklungen nachvollziehen oder Kennzahlen einordnen zu können – das klingt vielleicht nicht nach viel, ist meiner Meinung nach aber schon spannend. Während einer vierwöchigen Marktphase, in welcher ich auf der Verkaufsfläche eines EDEKA-Markt mitgearbeitet habe, konnte ich vieles aus Veranstaltungen zum Thema Kundenbedürfnisse wiedererkennen, z.B. wie Kunden durch Regalgestaltung zum zugreifen animiert werden sollen oder welche Wirkung Rabattaktionen erzielen; vor allem aber habe ich erlebt, wie wichtig agile Geschäftsmodelle und die Anpassung an Kundenbedürfnisse für Unternehmen sind. Kleine AHA-Momente habe ich oft, für mich ist es sehr wichtig theoretisch Gelerntes mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen.

Ajah: Eines der spannendsten Projekte während meines Studiums war die Mitwirkung beim EDEKA Supercup. Der Supercup ist ein unternehmensinterner Wettbewerb, bei dem die besten EDEKA-Märkte einer Region beziehungsweise eines Verbundes gegeneinander antreten. Bewertet werden dabei unter anderem die Warenpräsentation, die Sortimentsgestaltung, die Sauberkeit des Marktes sowie die Einhaltung von Qualitäts- und Servicestandards. Im Rahmen dieses Projekts durfte ich aktiv an den Vorbereitungen des teilnehmenden Marktes mitwirken. Zu meinen Aufgaben gehörten die Unterstützung bei Umbaumaßnahmen und Warenaufbauten sowie die Kontrolle einer korrekten und ansprechenden Preisauszeichnung. Besonders hilfreich waren dabei die Kenntnisse aus meinem Studium, insbesondere im Bereich Warenpräsentation und Verkaufsförderung, die ich direkt in der Praxis anwenden konnte. Darüber hinaus erhielt ich einen tieferen Einblick in die Bedeutung einer verkaufsfördernden Warenplatzierung und die Wirkung eines einheitlichen Marktauftritts auf Kundinnen und Kunden sowie auf die Bewertung durch die Jury. Es war spannend zu erleben, mit welcher Sorgfalt und Teamarbeit jeder einzelne Bereich des Marktes vorbereitet wurde, um den hohen Anforderungen des Wettbewerbs gerecht zu werden. Die intensive Vorbereitung hat mir gezeigt, wie wichtig eine gute Planung, klare Prozesse und die Zusammenarbeit aller Beteiligten für den gemeinsamen Erfolg sind. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort erhielt ich wertvolle Einblicke in die hohen Anforderungen und Qualitätsstandards, die für einen erfolgreichen Marktauftritt erforderlich sind. Umso erfreulicher war es, dass das E-Center in Gaimersheim, der Markt, mit dem wir am Wettbewerb teilgenommen haben, am Ende den Supercup gewinnen konnte. Dieser Erfolg war nicht nur für das gesamte Team ein besonderes Highlight, sondern auch für mich persönlich ein sehr motivierendes und prägendes Erlebnis.

In welchem Bereich möchtet ihr später einmal arbeiten?

Felix: Ich wachse gerne an neuen Herausforderungen und sehe mich in Zukunft definitiv in einer Rolle mit echtem Gestaltungsspielraum. Ich möchte Prozesse aktiv weiterentwickeln und Entscheidungen mittragen. Mir macht es einfach Spaß, neue Themen selbst voranzutreiben, anstatt nur zuzuschauen.

Katja: Nach meinem Studium möchte ich erstmal da ansetzten, wo ich gerade ausgebildet werde. Für mich ist die spannendste Aufgabe aktuell ganz klar das Vorbereiten und Halten von Seminaren. Während meiner ersten Praxisphase durfte ich meinen Kolleg*innen ganz viel über die Schulter schauen, von ihnen lernen, auch hier und da ins Vortragen reinschnuppern. In der zweiten Phase ging es dann sozusagen ans Eingemachte und ich durfte selbst ran. Da musste ich schon sehr viel lernen, angefangen bei den Inhalten, die ich vermitteln sollte, (das variiert von Lebensmittel-Warenkunde bis zu Prüfungsvorbereitung). Einen kleinen Vorteil habe ich da aus meiner ersten Ausbildung zur Köchin, da lernt man natürlich sehr viele Produkte kennen und weiß wie diese sich kombinieren lassen, bei der Zubereitung verhalten und kann dazu schonmal beraten. Was aber noch stärker ins Gewicht gefallen ist, war für mich das Sprechen vor Menschen und auch die Gestaltung der Seminare, damit diese für die Teilnehmenden interessant und lehrreich sind – und Spaß machen soll es allen Beteiligten natürlich auch. Vor allem die ersten Male war ich ziemlich nervös, aber wenn man sich dann mal etwas sicherer fühlt, die Nervosität ablegt und den Tag geschehen lässt, macht das unterrichten eine riesige Freude, vor allem wenn man merkt, dass der Funke zu den Teilnehmenden überspringt. Später würde ich dann gerne eigene Gruppen übernehmen; die Zeit haben Auszubildende wirklich kennenzulernen und diese idealerweise über einen längeren Zeitraum oder die Ausbildung hinweg betreuen. Meine Kochausbildung würde ich natürlich auch gerne nutzen, um z.B. mehr im Bereich Lebensmittel oder Kochen auszubilden oder Seminarkonzepte zu entwickeln. Da gibt es schon sehr tolle Angebote und Konzepte bei der EDEKA Südbayern an denen ich gerne mitwirken würde, sowie eine neue Schulungsküche die ich gerne mal in Aktion erleben möchte – die Einweihung habe ich leider wegen dem Wechsel in die Theoriephase verpasst. Der Bereich in dem ich eingesetzt werde bietet viele Möglichkeiten für die persönliche Weiterentwicklung und Abwechslung, dass es eigentlich gar nicht langweilig werden kann.

Ajah: Diese Frage kann ich bereits aus eigener Erfahrung beantworten, da ich die Rolle nach meinem Studium selbst übernommen habe. Direkt im Anschluss an mein Studium durfte ich als Teamleitung für die Bereiche Personaleinsatzplanung und Zeiterfassung im Einzelhandel starten und bin bis heute in dieser Funktion tätig. Gemeinsam mit meinem Team sorgen wir für eine effiziente und bedarfsgerechte Personaleinsatzplanung in den Märkten. Dabei ist es unser Ziel, eine optimale Besetzung sicherzustellen, die sowohl den betrieblichen Anforderungen als auch den Bedürfnissen der Mitarbeitenden gerecht wird. Darüber hinaus unterstützen wir die Märkte bei allen Themen rund um die Zeiterfassung und stellen sicher, dass die eingesetzten Systeme korrekt genutzt werden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist die Schulung und Betreuung der Mitarbeitenden im Einzelhandel, damit sie die vorhandenen Prozesse und Systeme sicher und effizient anwenden können.
Besonders abwechslungsreich gestaltet sich die Tätigkeit durch den regelmäßigen Außendienst. Dadurch haben wir die Möglichkeit, viele verschiedene Märkte kennenzulernen, direkt mit den Mitarbeitenden vor Ort zusammenzuarbeiten und individuelle Herausforderungen aus erster Hand zu erleben. Diese Nähe zur Praxis hilft uns dabei, die Bedürfnisse der Märkte besser zu verstehen und passende Lösungen zu entwickeln.
Insgesamt erlebe ich die Position als sehr vielseitig und verantwortungsvoll, da sie sowohl organisatorische als auch kommunikative Fähigkeiten erfordert. Gleichzeitig bietet sie die Möglichkeit, aktiv zur Weiterentwicklung der Märkte und Mitarbeitenden beizutragen.
Aus meiner Sicht eröffnet EDEKA nach dem Studium zahlreiche Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Wer Engagement zeigt, Verantwortung übernimmt und sich kontinuierlich weiterentwickeln möchte, erhält die Chance, seinen eigenen Karriereweg aktiv zu gestalten. Deshalb bin ich überzeugt, dass EDEKA hervorragende Perspektiven bietet und man hier langfristig viel erreichen kann.

 

 

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