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Praktika für Schüler*innen: SkillUp Week, IHK Ulm
„Man erfährt Dinge, die keine Broschüre und kein Video vermitteln können“

Die IHK Ulm hat sich Gedanken gemacht, wie man Schülerinnen und Schüler dazu bringen kann, noch mehr Praktika zu machen. Und dachte sich das Modell „SkillUp“ aus. Es setzt Anreize, die es nach Kenntnis dieser Redaktion bislang noch nie gab: Für Praktika, die außerhalb der Schulzeit oder in den Ferien absolviert werden, zahlt die IHK Ulm einen Betrag von maximal 350 EUR. Mehr dazu von Sandra Rau-Radtke, sie leitet das Sonderprojekt.

Frau Rau-Radtke, dass Praktika schon immer der beste Weg waren, in der beruflichen Orientierung Kontakte zu Unternehmen und anderen Institutionen aufzunehmen, ist bekannt. Dass eine IHK jedoch mit Geld Anreize setzt, ist neu. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Gerade weil Praktika so wertvoll für die Berufsorientierung sind, haben wir uns überlegt, wie wir mehr Jugendliche dazu motivieren können, praktische Erfahrungen auch außerhalb der verpflichtenden Schulpraktika zu sammeln. Viele Schülerinnen und Schüler nutzen ihre Ferien, um etwas Geld zu verdienen. Daraus entstand die Idee, Berufsorientierung und finanzielle Anerkennung miteinander zu verbinden. Mit unserem Projekt möchten wir Jugendlichen die Möglichkeit geben, beides zu kombinieren: praktische Einblicke in die Arbeitswelt zu gewinnen und gleichzeitig etwas Geld zu verdienen. Und wir möchten zeigen: Wer sich in seiner Freizeit um Berufsorientierung kümmert, dessen Engagement verdient Anerkennung. Das Projekt ist bereits gestartet. Die ersten Praktika laufen aktuell in den Sommerferien.

Man muss sich die Bedingungen natürlich ganz genau anschauen. Erst mal das Wichtigste: Für einen halben Tag erhalten die Jugendlichen 35, für einen ganzen 70 Euro, maximal kriegt man 350 Euro. Das Praktikum muss im Bereich der IHK Ulm stattfinden und dann absolviert werden, wenn gerade keine Schule ist, also in den Ferien, am Nachmittag oder an sonstigen freien Tagen. Was ist noch wichtig zu wissen?

Wichtig ist, dass es sich um ein freiwilliges Praktikum handelt und nicht um ein von der Schule vorgeschriebenes Pflichtpraktikum. Das Praktikum muss mindestens fünf Einsätze umfassen. Außerdem müssen die Jugendlichen zum Zeitpunkt des Praktikums mindestens 15 Jahre alt sein und das Praktikum vor Beginn bei uns anmelden. Nach dem Praktikum müssen die entsprechenden Nachweise eingereicht werden. Danach zahlen wir die finanzielle Anerkennung aus.

Fünf Tage Praktikum sind nicht viel. Was versprechen Sie sich dennoch davon?

Manchmal reichen schon wenige Tage aus, um einen realistischen Einblick in einen Beruf und in den Arbeitsalltag zu gewinnen. Wer einen Beruf einmal in der Praxis erlebt, erfährt Dinge, die keine Broschüre und kein Video vermitteln können. Manche merken dadurch, dass ein Beruf genau das Richtige für sie ist. Andere stellen fest, dass sie sich etwas ganz anderes vorgestellt haben. Beides ist wertvoll, denn jede Erfahrung hilft dabei herauszufinden, welcher Berufsweg passt. Und oft entstehen dabei erste Kontakte für ein weiteres Praktikum oder sogar für eine spätere Ausbildung.

Haben Sie schon Rückmeldung von Unternehmen Ihres Kammerbezirks, was sie von der Idee halten?

Viele Unternehmen finden die Idee richtig gut, weil sie sich wünschen, dass Jugendliche mehr praktische Erfahrungen sammeln. Gleichzeitig wissen wir natürlich auch, dass nicht jedes Unternehmen jederzeit einen Praktikumsplatz anbieten kann. Ein gutes Praktikum braucht Zeit für Betreuung und eine sinnvolle Einbindung der Jugendlichen in den Arbeitsalltag. Deshalb legen wir als IHK Ulm großen Wert darauf, dass die Jugendlichen vor Ort betreut werden. Die SkillUp-Week ist kein Ferienjob. Sie dient der Berufsorientierung und soll den Schülerinnen und Schülern einen realistischen Einblick in Ausbildungsberufe und den Arbeitsalltag vermitteln. Da insbesondere Ausbildungsunternehmen häufig auch Praktikumsplätze anbieten, empfehlen wir für die Suche unseren Ausbildungsatlas. Dort sind zahlreiche Ausbildungsbetriebe aus der Region gelistet, die grundsätzlich als mögliche Ansprechpartner für ein Praktikum infrage kommen. Die Plattform bietet somit einen guten Ausgangspunkt für Schülerinnen und Schüler auf der Suche nach einem Praktikumsplatz.

derausbildungsatlas.de

Infos der IHK Ulm zu SkillUp

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