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Tipps rund um das Praktikum
„Die besten Chancen haben die, die schon möglichst viel Erfahrung durch Praktika und Jobs gesammelt haben“

Gibt es eine Erfolgsstrategie bei der Praktikumssuche? Wie finde ich überhaupt ein Praktikum und wie eines, das mir dann auch Spaß macht? Wann ist ein Online-Portal der richtige Weg und wann triumphiert eine Initiativbewerbung? Wir fragten nach bei Tobias Tißen von MeinPraktikum.de.

Herr Tißen, das Praktikum läuft im Grunde allen anderen Karrierebemühungen den Rang ab. Wer ein paar spannende Praktika im Lebenslauf stehen hat, hat nicht nur schon viel Erfahrung gesammelt, sondern auch für beliebte Gesprächsthemen in künftigen Bewerbungsgesprächen gesorgt. Sehen Sie das auch so?

Auf jeden Fall! Jetzt, wo die Zahl der Studierenden fast jährlich steigt und das Durchschnittsalter der Absolventinnen und Absolventen gleichzeitig immer weiter sinkt, ist praktische Berufserfahrung wichtiger als je zuvor. Wir hören immer öfter, dass Unternehmen bei der Suche nach neuen Mitarbeitern gar nicht mehr großartig auf Noten und Zeugnisse schauen. Die besten Chancen haben die, die schon möglichst viel Erfahrung durch Praktika und Studentenjobs gesammelt haben.

Das Praktikum ist während der Schulzeit ein Thema, weil es bei der Berufsorientierung helfen kann. Macht ein Praktikum denn auch Sinn, wenn man die Schulzeit gerade beendet hat und eine Entscheidung für einen Berufsweg festigen möchte?

Klar. Ehrlich gesagt fällt mir gerade keine Situation ein, in der ein Praktikum total sinnlos wäre. Wer nach seinem Schulabschluss noch nicht genau weiß, was er beruflich machen möchte, findet das am einfachsten durch Praktika heraus. Schließlich bekommt man so einen authentischen Einblick in den Arbeitsalltag einer Branche. Macht einem die Arbeit Spaß? Perfekt! Ist das Gegenteil der Fall? Schade – aber dann weiß man, in welche Richtung man nicht gehen sollte. Und seinen Lebenslauf kann man trotzdem mit einer Praktikumsstation aufwerten.

Nun waren die Zeiten für Suchende schon mal schlechter. Immer mehr Unternehmen bieten Praktika aktiv an, das gab es in dieser Form früher nicht. Warum dieser Wandel?

Was viele denken: Die ganzen Unternehmen suchen doch nur Praktikantinnen und Praktikanten, weil sie günstige Arbeitskräfte haben wollen. Und klar, schwarze Schafe gibt es auch 2023 noch. Es ist aber vielmehr etwas anderes, was den derzeitigen Praktikumsmarkt so groß und vielfältig macht: Unternehmen haben erkannt, dass ein Praktikum nicht nur eine große Chance für die Praktikant:innen ist, sondern auch für sie selbst. Auf diesem Weg können sie große Talente früh erkennen, fördern und von sich überzeugen. Ein Großteil der Uni-Absolventen bewirbt sich nach dem Abschluss zunächst bei Unternehmen, bei denen sie eine schöne und lehrreiche Praktikumszeit verbracht haben.

Was heißt das jetzt für Suchende? Vor allem erst mal die Portale mit offenen Praktikumsstellen abgrasen oder eher direkt auf die Suche nach Firmen gehen, die die zu mir passenden Produkte und Dienstleistungen anbieten? Wo finde ich ein Praktikum, bei dem ich nicht nur zuschauen, sondern auch was machen kann?

Wenn jemand schon eine Firma im Kopf hat, bei der sie oder er unbedingt arbeiten möchte, würde ich immer sagen: Go for it! Auch wenn gerade keine Stelle ausgeschrieben ist. Bei Praktika, die nicht länger als ein paar Wochen oder Monate dauern, stehen die Erfolgschancen bei einer initiativen Bewerbung oft auch gar nicht schlecht. Wer noch keine konkrete Idee im Kopf hat, sollte sich im Internet nach freien Praktikumsstellen umschauen. Da sind die Chancen definitiv am höchsten. Auf Jobbörsen wie MeinPraktikum.de kann man ja auch ganz einfach nach Entfernung und Branche bzw. Studienfach filtern und sich alle passenden Stellen anzeigen lassen.

Wie sieht es im Augenblick eigentlich mit der Bezahlung von Praktika aus? Früher gab es mal die Diskussion um die „Generation Praktikum“, wohin geht der Trend bei der Bezahlung?

Schwieriges Thema. Es sollte erstmal jedem klar sein, dass man ein Praktikum natürlich nicht fürs Geld macht. Es geht darum, Berufserfahrung zu sammeln, seine theoretischen Kenntnisse in die Praxis umzusetzen und vielleicht sogar ein paar nützliche Kontakte zu knüpfen. Deshalb sind nur wenige Praktika wirklich gut bezahlt. Trotzdem muss man ja auch irgendwie seinen Lebensunterhalt bestreiten. Und das wissen auch die Unternehmen. Zumindest eine Aufwandsentschädigung von ein paar hundert Euro wird deshalb oft gezahlt. Vor allem, wenn es sich um ein freiwilliges Praktikum während oder nach dem Studium handelt.

Danke, Herr Tißen, für das Gespräch!

https://www.meinpraktikum.de/

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