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Neues Portal: meinJobbotschafter.de
„Wir möchten echte Einblicke in den Beruf vermitteln“

Das Ausbildungs-Netzwerk Zukunft (HANZ) hat mit meinjobbotschafter.de ein neues Portal ins Leben gerufen. Ziel ist es, Jugendliche und Berufstätige direkt miteinander zu vernetzen – digital, flexibel und auf Augenhöhe. Wir sprachen mit Stiftungsvorständin Maren von Nordeck.

Hallo Maren, eure Stiftung engagiert sich seit Jahren bundesweit dafür, den Übergang von der Schule in den Beruf zu verbessern und bringt dafür Schulen, Unternehmen und Politik zusammen. Wie kam es dazu, ein Internetportal zu gründen?

Die Idee ist aus mehreren Entwicklungen entstanden: Corona, dann der Trend zur Digitalisierung und schließlich der wachsende Frust vieler HR-Verantwortlicher darüber, dass es immer schwieriger wird, Schüler*innen für Ausbildungsberufe zu begeistern. Ich arbeite seit über 13 Jahren mit Expert*innen im Bereich „Übergang Schule – Beruf“ zusammen. Zwar gab es in den Jahren Fortschritte. Aber die tatsächlichen Vermittlungserfolge hin zu einer Ausbildung sind zuletzt kaum gestiegen. Gleichzeitig geht der Anteil junger Menschen, die weder in Ausbildung, Studium noch Arbeit sind (NEETs), seit etwa 2020 wieder nach oben.

An was mangelte es eurer Meinung nach konkret?

Ein Punkt kam in vielen Gesprächen immer wieder auf: Es fehlt an echten Einblicken in Berufe – sowohl bei Jugendlichen als auch bei ihren Eltern. Daraus entstand die Idee für meinjobbotschafter.de. Die Plattform wurde gemeinsam mit den Zielgruppen entwickelt und wird bereits gut angenommen. Aktuell liegt unser Fokus vor allem auf den „Jobbotschafter*innen“ – also Menschen, die aus ihrem Berufsalltag berichten. Es geht nicht darum, alles zu wissen, sondern um ehrlichen Austausch auf Augenhöhe.

Kannst du kurz beschreiben, wie ihr die Jobbotschafter*innen findet? Und wer kann überhaupt mitmachen?

Mitmachen kann grundsätzlich jede*r, der berufliche Erfahrungen teilen möchte – egal ob Azubi, Fachkraft oder Berufserfahrene. Besonders Azubis sind spannend, weil sie noch nah an ihrer eigenen Berufsentscheidung sind. Wir gewinnen unsere „Jobos“ über Messen, Kammern, Netzwerke, Elternvertretungen und Social Media wie LinkedIn oder Instagram. Wichtig ist vor allem: Offenheit, Freude am Austausch mit jungen Menschen und die Bereitschaft, eigene Erfahrungen zu teilen. Der Weg muss dabei gar nicht gradlinig sein – im Gegenteil. Gerade Umwege machen Berufsbiografien oft greifbarer. Das Engagement ist bewusst flexibel gestaltet: digital, ohne großen Aufwand und gut in den Alltag integrierbar.

Was ist das Ziel des Angebots?

Wir möchten echte Einblicke in den Berufsalltag vermitteln. Dadurch sollen Fehlentscheidungen reduziert und Ausbildungsabbrüche vermieden werden. Gleichzeitig geben wir Jugendlichen die Möglichkeit, sich ein eigenes Netzwerk aufzubauen – unabhängig vom Elternhaus. Wir wollen das Image der Ausbildung stärken, HR-Abteilungen entlasten und auch Eltern mehr Orientierung bieten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist Mehrsprachigkeit. Wir möchten auch Familien erreichen, die bisher schwer Zugang zu klassischen Informationsangeboten haben. Gerade Eltern haben einen großen Einfluss auf die Berufswahl – deshalb dürfen sie nicht außen vorbleiben.

Wie wollt ihr die Jugendlichen auf das Angebot aufmerksam machen? Gibt es auch einen dazugehörigen Kanal in den sozialen Medien?

Eigene Social-Media-Kanäle wie Instagram und LinkedIn sind wichtig, aber entscheidend sind starke Partnerschaften. In Hamburg sind wir bereits im Unterrichtsfach „Berufsorientierung“ eingebunden und arbeiten mit der Schulbehörde sowie der Jugendberufsagentur zusammen. Außerdem sind wir in den Netzwerken der Handels- und Handwerkskammer präsent. Unser Ziel ist es, diese Kooperationen deutschlandweit auszubauen und so möglichst viele junge Menschen zu erreichen.

meinjobbotschafter.de
hanz.hamburg

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