Skip links

Kooperativer Studiengang in Freiburg
„Die Studierenden erwerben ein fachliches Profil für unterschiedliche Berufsfelder“

Die zwei größten Hochschulen in Freiburg haben sich zusammengeschlossen und den kooperativen Bachelor-Studiengang „Deutsch als Zweit- und Fremdsprache“ konzipiert. Über die Hintergründe dieses einzigartigen Angebots der Pädagogischen Hochschule und der Universität Freiburg sprachen wir mit der Studiengangsleiterin Zeynep Kalkavan-Aydın und der Studiengangskoordinatorin Simone Amorocho an der PH Freiburg.

Frau Professorin Kalkavan-Aydın, was studiert man im Fach „Deutsch als Zweit- und Fremdsprache“ eigentlich ganz genau? Und an wen richtet sich das Angebot?

Kalkavan-Aydın: Im Studium beschäftigen wir uns damit, wie Menschen Deutsch lernen, wenn es nicht ihre Erstsprache ist, und wie man sie dabei professionell unterstützen kann. Dafür setzen sich unsere Studierenden intensiv mit der deutschen Sprache auseinander, beschäftigen sich mit Spracherwerb und Mehrsprachigkeit und lernen, wie man Sprachlernprozesse für unterschiedliche Zielgruppen gestaltet und begleitet.

Der Studiengang wird gemeinsam von der Pädagogischen Hochschule und der Universität Freiburg angeboten. Was haben Studierende davon?

Die Kooperation ermöglicht unseren Studierenden, die unterschiedlichen Profile und Stärken beider Hochschulen zu nutzen. An der Universität Freiburg erwerben sie insbesondere fundierte sprach-, literatur- und kulturwissenschaftliche Kenntnisse. An der PH Freiburg liegt ein besonderer Schwerpunkt auf Fragen des Spracherwerbs und der Sprachvermittlung sowie auf der Verbindung von wissenschaftlichem Wissen und beruflicher Praxis.

Frau Dr. Amorocho, eine weitere Besonderheit ist ja die Kombination aus Haupt- und Nebenfach. Warum ist diese Struktur gerade für die späteren Berufsmöglichkeiten interessant?

Simone Amorocho: Die Nebenfächer ermöglichen unseren Studierenden, ein individuelles Profil auszubilden. Sowohl durch die Wahl des Nebenfaches selbst als auch durch Auswahlmöglichkeiten im Modulangebot des jeweiligen Faches können sie eigene Schwerpunkte setzen und berufsrelevante Kompetenzen vertiefen. Die Besonderheit der Nebenfächer an der PH besteht darin, dass sie praxisbezogen sind und unseren Absolvent:innen den Zugang zu Berufsfeldern erschließen, die an der Schnittstelle zur Sprachbildung liegen.

Das ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Fragen für Abiturient:innen: Was kann ich mit diesem Bachelor später konkret machen?

Kalkavan-Aydın: Unsere Absolvent*innen können überall dort tätig werden, wo sprachliche Bildung und Mehrsprachigkeit eine Rolle spielen. Ein klassisches Berufsfeld ist natürlich die Vermittlung von Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache, beispielsweise in Integrations- und Berufssprachkursen, an Sprachschulen oder Hochschulsprachenzentren. Daneben entstehen aber zunehmend Tätigkeitsfelder, in denen Sprachbildung mit anderen Aufgaben verbunden ist – etwa in der Bildungs- und Integrationsarbeit oder bei der sprachlichen Qualifizierung internationaler Fachkräfte. Hinzu kommen internationale Berufsmöglichkeiten. Deutsch wird weltweit als Fremdsprache gelernt, sodass beispielsweise Sprachschulen, Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen im Ausland mögliche Arbeitgeber sind. Und natürlich bietet der Bachelor auch die Grundlage für ein anschließendes Masterstudium, wenn man sich fachlich weiter spezialisieren möchte. Wir bilden nicht für einen einzigen, fest definierten Beruf aus. Vielmehr erwerben unsere Studierenden ein fachliches Profil, mit dem sie auf unterschiedliche und sich verändernde Berufsfelder reagieren können. Gerade angesichts der zunehmenden Bedeutung von Migration, Mehrsprachigkeit und internationaler Mobilität halte ich das für eine wichtige Kompetenz.
.
Wer sich für andere Länder und Kulturen interessiert, möchte vielleicht auch während des Studiums ins Ausland. Welche Möglichkeiten gibt es?
Internationalität spielt in unserem Fach eine besondere Rolle. Wir verfügen im Bereich Deutsch als Zweit- und Fremdsprache über langjährige Kooperationen mit Hochschulen in verschiedenen Ländern, beispielsweise in Kolumbien, der Türkei und Jordanien. Darüber hinaus können unsere Studierenden die zahlreichen Erasmus- und weiteren internationalen Partnerschaften der Pädagogischen Hochschule Freiburg nutzen. Damit bestehen Möglichkeiten für Studien- und Praxisaufenthalte in vielen europäischen, aber auch außereuropäischen Ländern – beispielsweise auch in Tansania.

ph-freiburg.de/studium/deutsch/ba/bachelor-deutsch-als-zweit-und-fremdsprache.html

uni-freiburg.de/studium/studienangebot/studiengang/26/

← Zurück

Leave a comment

sechs + 17 =