
Medizinstudium im Ausland
„Es hat sich oft fast angefühlt wie zuhause“

Was tun, wenn die Note nicht für ein Medizinstudium an einer deutschen Uni reicht? Es gibt interessante Alternativen im Ausland, die auch zum Ziel führen. Die Bezirkskliniken Mittelfranken etwa bieten Stipendien für ein Studium an der Medizinischen Universität Varna in Bulgarien an. Wir unterhielten uns mit Anika, sie hatte nach sechsjährigem Studium ihren europaweit anerkannten Abschluss in der Tasche und arbeitet inzwischen als Assistenzärztin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Bezirksklinikum Ansbach.
Anika, wie war es in Varna?
Ich liebe Varna! Die Stadt ist einfach wunderschön und liegt direkt am Schwarzen Meer. Während andere in Varna Urlaub machen, habe ich dort gelebt und studiert. Besonders toll war, dass ich entspannt mit einem Kaffee am Strand lernen konnte.
Bekamst du beim Einstieg ins Studium Hilfe?
Für manche kann es ja schwierig sein, sich in einem neuen Land zurechtzufinden. Daher würde ich jedem empfehlen, an den „Orientation Days“ teilzunehmen. Dort findet man schnell Anschluss. Zudem ist es hilfreich, jemanden zu haben, der sich in Varna auskennt und einem bei den Abläufen weiterhelfen kann – von benötigten Dokumenten bis hin zum Uni-Alltag. Die Bezirkskliniken Mittelfranken waren hier eine großartige Unterstützung, da beispielsweise auch vor Ort eine Betreuerin anwesend ist, an die sich die Studierenden jederzeit wenden können.
In welcher Sprache hast du studiert?
Der Unterricht findet auf Englisch statt, was ich als großen Vorteil empfunden habe. Englisch ist eine internationale Sprache, dadurch hatte ich Zugang zu vielen internationalen Lernquellen. Ich habe beispielsweise mit der Plattform „Osmosis“ gelernt, dort sind viele Lernvideos auf Englisch verfügbar.
Und auch sonst konntest du dich in Varna gut auf Englisch verständigen?
Die Verständigung war kein Problem! Der Großteil der Studierenden in Varna kommt aus Deutschland. Viele Taxifahrer und Verkäufer sprechen sogar selbst Deutsch, da sie an die deutschen Touristen und Studierenden gewöhnt sind. Es hat sich oft fast angefühlt wie zuhause.
Wie ist das Auswahlverfahren für das Medizinstipendium abgelaufen?
Zuerst nahm ich am Bezirksklinikum Ansbach an einem Assessment-Center teil. Danach folgte der Aufnahmetest der Universität, den wir direkt in Varna abgelegt haben. Dieser Test ist übrigens mittlerweile auch online verfügbar.
Was kannst du zu dem Test sagen?
Es werden Kenntnisse in Biologie und Chemie abgefragt. Außerdem gibt es eine mündliche Prüfung, welche ebenfalls online stattfindet, bei der die Englischkenntnisse getestet werden. Es war ein spannender Prozess und ich kann nur jedem empfehlen, sich für das Stipendium zu bewerben – es gibt nichts zu verlieren!
Die Bezirksklinken Mittelfranken haben dir diesen Start ermöglicht. Warst du nach dem Studium verpflichtet, dort im Klinikum anzufangen?
Ja, ich habe mich verpflichtet, nach dem Studium fünf Jahre bei den Bezirkskliniken Mittelfranken zu arbeiten. Das Fachgebiet konnte ich mir aussuchen; ich habe mich für die Kinder- und Jugendpsychiatrie entschieden. In den fünf Jahren kann ich dann auch die Facharztweiterbildung machen.
Wir wünschen dir alles Gute für deine weitere Zukunft als Ärztin!
https://jobs.bezirkskliniken-mfr.de/index.php?ac=jobad&id=521