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Freiwilligendienst
Auslandserfahrung mit weltwärts: Etwas, das bleibt

Mit einem weltwärts-Freiwilligendienst können junge Menschen eine prägende Zeit im Ausland erleben. Sich vor Ort in einem fremden Land engagieren fördert zahlreiche Kompetenzen. Das Austauschprogramm bietet Schulabgänger*innen berufliche und private Orientierung, stärkt ihren Charakter – und bereitet sie auf die Welt nach der Schule vor. Ein Beitrag von Moritz Osswald, Projektkoordinator beim Freiwilligendienst weltwärts.

Viele junge Menschen sehnen sich nach der Schule nach einer Auszeit. Sie wollen etwas von der Welt sehen, etwas erleben, wollen raus. Dabei schafft ein dichter Dschungel an Angeboten mehr Verwirrung als Orientierung. weltwärts, der entwicklungspolitische Freiwilligendienst, bietet eine sichere und wertvolle Erfahrung im Ausland. Ein Gap Year im Globalen Süden schult junge Erwachsene nicht nur in Eigenverantwortung, Spracherwerb und interkultureller Kompetenz. Es fördert auch die Charakterentwicklung. Die Auslandserfahrung wirkt sich vorteilhaft auf ihre Karriere in einer zunehmend globalisierten Arbeitswelt aus. Zwischen Au-Pair, Auslandspraktikum, Voluntourismus und vielen weiteren Angeboten sticht das weltwärts-Programm dabei hervor – als beliebtes, geprüftes und gut organisiertes Programm, das jungen Menschen einen unvergesslichen Auslandsaufenthalt bietet.

„Einkaufen war für mich am Anfang eine komplette Überforderung“, sagt die weltwärts-Freiwillige Emilia Karin Kroker heute, die mit der Entsendeorganisation Welthaus Bielefeld nach Mexiko reiste. Sie besucht einen lokalen Markt des Stadtviertels, in dem sie wohnt, versteht nichts – und kehrt wieder um. Sie erzählt das, weil sie jetzt darüber lachen kann. Die 20-Jährige engagiert sich in einem autonomen Kulturzentrum in einem Brennpunktviertel Mexiko-Stadts. Der Kulturschock war für sie ein steter Begleiter, seit sie in der Megametropole ankam. Ein neues Land, eine neue Kultur, ein neues Umfeld – eine echte Herausforderung. Doch Emilia stellte sich den Schwierigkeiten, sah Stolpersteine als Chancen. Mehrmals die Woche Spanisch-Sprachkurs, tägliches Üben im Kulturzentrum, beim Mittagessen, beim Bäcker um die Ecke. Ihr Freiwilligendienst mit dem weltwärts-Programm bedeutet für sie Austausch, Lernprozess, aber auch Dankbarkeit und Wertschätzung. Im Kulturzentrum „Las Jarillas“ in Mexiko-Stadt unterstützt Emilia bei Alltagstätigkeiten, Betreuung von Kursen und im urbanen Garten. Gründer Don Miguel und Betreuerin Tania stehen ihr dabei stets zur Seite. Es ist ein Kulturschock – aber kontrolliert. „Wenn ich hier morgens hinkomme und abends nach Hause gehe, fühle ich mich erfüllt“, erzählt die Freiwillige Emilia Karin Kroker über ihren Einsatz mit weltwärts.

Mit Sicherheit eine gute Erfahrung

weltwärts versteht sich als Lerndienst. Es geht nicht darum, junge Menschen in den Globalen Süden zu entsenden, damit diese vor Ort „helfen“ – Fokus ist das gegenseitige Lernen, der Austausch zwischen Kulturen. Der staatlich geförderte Freiwilligendienst befähigt Heranwachsende in der Entwicklung ihres Charakters. Es werden Resilienz sowie Unabhängigkeit gefördert. Dabei wird von Beginn an Wert auf ein pädagogisches Rahmenprogramm gelegt. Ein Vorbereitungs-, Zwischen- sowie Rückkehrendenseminar stellen einen zentralen Bestandteil der Erfahrung dar. Mit weltwärts lernen Heranwachsende die Realität im Globalen Süden kennen und sammeln erste Berufserfahrung. Das Programm wird vom Entwicklungsministerium gefördert.

Die bereits erwähnten Seminare, die für Freiwillige verpflichtend sind, aber auch Handreichungen sowie die konstante Betreuung vor Ort geben ihnen das Gefühl, nicht alleine zu sein. Der sensible Umgang mit fremden Kulturen wird ihnen ebenso vermittelt wie die Lebensrealität im Partnerland. Dabei wird auch auf den Umgang mit kolonialen Klischees geachtet. So wird Globales Lernen ermöglicht. Rückkehrende Freiwillige zeichnen sich durch höhere Weltoffenheit und Empathiefähigkeit aus.

Mehr als 90 Prozent sind zufrieden

Teilnehmende des Freiwilligendienstes müssen keine hohen Summen aufbringen, denn 75 Prozent der Kosten übernimmt das Entwicklungsministerium (BMZ). Die restlichen 25 Prozent können durch die Entsendeorganisation sowie mithilfe des Aufbaus eines persönlichen Spendenkreises finanziert werden. Qualität und Sicherheit haben bei weltwärts hohe Priorität. Alle Organisationen, die weltwärts anbieten, sind zertifiziert und entsenden Freiwillige ausschließlich in geprüfte Projekte. Die Sicherheitslage wird in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt ständig überwacht.

Seit Programmstart 2008 haben sich über 50.000 junge Menschen in Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Afrika engagiert. Ob im Bereich Umweltschutz, mit benachteiligten Kindern oder im Einsatz für Frauenrechte – in rund 60 Ländern unterstützen die Heranwachsenden Partnerorganisationen vor Ort. Der Einsatz vor Ort bietet eine sinnstiftende Tätigkeit, die Orientierung bietet. Vom Kulturzentrum bis zum Theater, egal ob ländliches Krankenhaus oder Tierschutzorganisation – weltwärts bietet viele Möglichkeiten. Die kürzlich erschienene weltwärts-Längsschnittstudie hat Freiwillige über einen Zeitraum von sieben Jahren begleitet. Und zwar vor, während sowie nach ihrem Einsatz mit weltwärts. Deutlich wird: Kompetenzen und Erkenntnisse, die Freiwillige vor Ort erworben haben, behalten sie auch nach ihrem Freiwilligendienst. Die unabhängige Untersuchung zeigt auch, dass viele Freiwillige Jahre nach ihrer Rückkehr in gemeinwohlorientierten und entwicklungspolitischen Bereichen tätig sind. Mehr als 90 Prozent aller Ehemaligen sind zufrieden mit ihrem weltwärts-Einsatz.

Jungen Menschen eine sichere und prägende Erfahrung im Globalen Süden zu ermöglichen – das ist eine Investition in eine offene, liberale Gesellschaft. Ermutigen Sie Ihre Schüler*innen jetzt zu einem Freiwilligendienst mit weltwärts! Denn gerade in Zeiten multipler globaler Krisen, gesellschaftlicher Polarisierung sowie erstarkenden autoritären Tendenzen sind demokratisches Engagement und internationale Zusammenarbeit wichtiger denn je.

INFOS:

Voraussetzungen für die Teilnahme: Alter zwischen 18 und 28 Jahren (in Ausnahmefällen sowie bei Behinderung oder Beeinträchtigung bis 35), Schul- oder Berufsabschluss, Offenheit, deutsche Staatsbürgerschaft oder dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Deutschland. Mehrkosten für Inklusion werden übernommen.

Bewerbung: Erfolgt direkt bei einer der rund 120 weltwärts-Organisationen. Diese haben unterschiedliche Bewerbungsfristen und -verfahren. Die meisten Organisationen entsenden im Sommer für ein Jahr. Manche bieten auch eine Ausreise im Frühjahr oder eine kürzere Dauer an.

Alle relevanten Informationen finden Sie auf der weltwärts-Website: weltwaerts.de

© Fotos: Montserrat Bustos Cardona

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