
Dortmund at work-SCHOOL
“Was Dortmund auszeichnet, ist der starke Fokus auf Vernetzung”

Die Maßnahmen und Programm im Rahmen der NRW-Landesinitiative “Kein Abschluss ohne Anschluss” sind vielfältig, und doch setzen manche Kommunen noch einen drauf. So in Dortmund, wo das Regionale Bildungsbüro mit der Initiative “Dortmund at work SCHOOL” ein zusätzliches Berufsbildungsangebot ins Leben gerufen hat. Was genau dahintersteckt, verriet uns im Gespräch Jutta Wissen vom Projektträger s.i.d., der Fördergesellschaft für Schule und Innovation gGmbH.
Frau Wissen, seit wann gibt es “Dortmund at work SCHOOL” und wer hatte die Idee dazu?
Das Angebot gibt es seit November 2022, richtig gestartet sind wir aber erst im August 2023. Soweit ich weiß, hatten Inga Rauschenberg und Nadine Wecke aus dem Regionalen Bildungsbüro die Idee dazu. Frau Wecke betreut seit 2017 „Dortmund at work“, also die Website mit Angeboten für Praktika, Ausbildungen etc. und den Instagram-Kanal, um Berufe in Dortmund kennenzulernen. Die beiden haben dann überlegt, das Projekt direkt in die Schulen zu bringen, um Schülerinnen und Schüler noch gezielter zu erreichen, ihre digitalen Kompetenzen im Bewerbungsprozess zu stärken und so ihre Chancen im Bewerbungsprozess und auf dem Arbeitsmarkt zu steigern. Finanziert wird das Projekt von der Agentur für Arbeit und der Stadt Dortmund. Projektträger ist die s.i.d. die sich als AZAV-zertifizierte gemeinnützige Organisation auf Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen spezialisiert hat.
Was genau bietet das Programm über KAoA hinaus?
Das Programm erweitert die bestehenden Angebote von KAoA durch mehrere innovativen Ansätze. Zum einen legen wir einen starken Fokus auf die Förderung digitaler Kompetenzen – durch unsere Online-Plattform, die Nutzung digitaler Tools und die Zusammenarbeit mit dem KITZ.do, die sich auf MINT-Themen spezialisiert haben. Zum anderen verfolgen wir mit dem Schüler*innen-Azubi- Stammtisch einen Peer-to-Peer-Ansatz: Hier können sich Schülerinnen und Schüler direkt mit Auszubildenden austauschen und authentische Einblicke in die Arbeitswelt gewinnen – außerhalb der Schule. Darüber hinaus bringen wir die verschiedenen Akteure innerhalb der Stadt – Schulen, Unternehmen und weitere Bildungspartner – enger zusammen, um gemeinsam die Berufsorientierung in Dortmund zu stärken und die Bedürfnisse aller Parteien zu berücksichtigen
Was kennzeichnet die Situation in Dortmund, vielleicht auch gerade im Vergleich zu anderen Städten?
Die Situation in Dortmund ist besonders, weil hier eine große Vielfalt an Unternehmen, Branchen und Bildungsangeboten auf eine ebenso vielfältige Schülerschaft trifft. Gleichzeitig gibt es, wie in vielen anderen Städten, eine enorme Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. Was Dortmund auszeichnet, ist der starke Fokus auf Vernetzung und Zusammenarbeit: Schulen, Unternehmen und andere Akteure der Berufsorientierung arbeiten eng zusammen, um Jugendliche gezielt zu unterstützen. Durch unser Programm gehen wir noch einen Schritt weiter: Mit Angeboten wie dem Schüler*innen-Azubi-Stammtisch fördern wir den direkten Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern und Auszubildenden, was oft fehlt. Und durch die Stärkung der digitalen Kompetenzen sind sie optimal auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorbereitet.
Wie kommt “Dortmund at work SCHOOL” bei den Unternehmen an?
Dortmund at work und Dortmund at work-SCHOOL wird von den Unternehmen sehr positiv aufgenommen, weil es Dortmund spezifisch ist. Ein Vorteil ist der direkte Zugang zu den Schulen: Die Angebote werden in die Schulen gebracht und erreichen jungen Leute dort, wo Berufsorientierung tatsächlich stattfindet. Besonders begeistert sind die Unternehmen von der engen Zusammenarbeit – sei es bei den Azubi-Stammtischen, wo sich ihre Auszubildenden einbringen können, oder bei unseren Netzwerkveranstaltungen wie den ‚Flashlights‘. Diese Formate bieten eine einzigartige Plattform, um mit Schulen und Jugendlichen in direkten Kontakt zu treten.
Vielen Dank für das Gespräch!