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Pflegestudium an der Hochschule Esslingen und der Universität Tübingen
„Studierte Pflegefachpersonen werden zusätzliche und spannende Aufgaben übernehmen“

Seit 2020 ist der akademische Weg in die Pflege gesetzlich verankert. Weitere Neuerungen stärken nun das Pflegestudium und sehen erweiterte Aufgaben für hochschulisch qualifizierte Pflegende vor. An der Hochschule Esslingen wird – in Kooperation mit der Universität Tübingen – schon seit 2018 grundständig Pflege studiert, welche Folgen haben diese Neuerungen? Wir fragten nach bei Carina Killinger, Studiengangkoordinatorin an der Hochschule Esslingen.

Frau Killinger, sie koordinieren den Studiengang Pflege B.Sc. – zuallererst: was ist denn Ihr beruflicher Hintergrund?

Ich bin selbst gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin und habe danach Gesundheits- und Pflegepädagogik studiert sowie Weiterbildungen absolviert. Derzeit plane ich noch ein berufsbegleitendes Masterstudium.

Sie kennen also in der Pflege beides: Ausbildung und Studium – worin unterscheiden sich diese Wege in den Beruf grundsätzlich?

Einerseits kann sich die Dauer unterscheiden: die Ausbildung umfasst drei Jahre, das grundständige Studium in der Regel sieben Semester, also dreieinhalb Jahre. Nächster Unterschied: Studierende erwerben zusätzliche und vertiefende Kompetenzen: Sie lernen, ihr professionelles Handeln entlang der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu planen und zu begründen, qualifizieren sich für erweiterte heilkundliche Tätigkeiten und schließen – neben der Erlangung der Berufszulassung – mit dem akademischen Grad Bachelor of Science ab. Dieser wiederum ist international anschlussfähig, was erweiterte Berufsperspektiven, auch im Ausland eröffnet.

Lassen Sie uns auf die gesetzlichen Neuerungen schauen – was ändert sich?

Studierende erhalten mittlerweile, wie Auszubildende ja auch, eine finanzielle Vergütung. Des Weiteren erwerben sie, wie eben erwähnt, Kompetenzen zur selbständigen und eigenverantwortlichen Ausübung erweiterter Heilkunde in den Bereichen diabetische Stoffwechsellage, chronische Wunden und Demenz. Künftig könnten etwa Pflegepraxen entstehen, die gemeinsam mit ärztlichen Praxen die wohnortnahe Versorgung sicherstellen. Spezialisierte Berufsbilder nach internationalem Vorbild wie „Advanced Practice Nurses“, „Community Health Nurses“ und „School Nurses“ werden sich mittelfristig auch in Deutschland etablieren. Künftig übernehmen studierte Pflegefachpersonen somit zusätzliche und sehr spannende Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche.

Ihr Studiengang heißt: „Pflege – B.Sc. mit Berufszulassung (mit erweiterten heilkundlichen Kompetenzen)“. Warum so ein komplizierter Titel?

Ja, ein vielleicht komplizierter Titel – aber eben auch passend für einen solch umfassenden Kompetenzerwerb! Um diesen zu gewährleisten lernen unsere Studierenden die Theorie an den beiden Hochschulen und die praktischen Skills in simulierten Situationen sowie in der Pflegepraxis. Letztgenannte findet blockweise während und am Rande der Vorlesungszeit statt. Im Rahmen der Praxiseinsätze lernen die Studierende alle pflegerelevanten Settings von ambulant bis stationär sowie von jung bis alt kennen. Dafür sind sie am Uniklinikum Tübingen sowie in weiteren Einrichtungen des Gesundheits- und Pflegewesens in der Region eingesetzt.

Zuletzt die Frage nach DEM Top-Argument: Warum sollten sich Schulabgänger*innen für ein Studium der Pflege entscheiden?

Pflege ist ein Beruf mit und für unsere Zukunft. Aus meiner Perspektive hat man nirgendwo anders mehr Abwechslung! Man erlebt diese besonderen Momente, übernimmt Verantwortung, pflegt intensive Kontakte und eröffnet sich dabei zahlreiche berufliche Perspektiven.

Danke für das Gespräch!

www.hs-esslingen.de/pflege-bachelor-und-berufszulassung

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