Praxisbericht: Realschule Werner-von-Siemens in Hannover
Interaktiv und abwechslungsreich mit Ausbildungspaten

Unsere Bitte in der Herbstausgabe, uns Berichte aus dem Praxisalltag in der BO zu schicken, erreichte auch die Werner-von-Siemens-Realschule in Hannover. Dort baut das BO-Team auf die Zusammenarbeit mit Ausbildungspaten. Wie genau der Einsatz an der Schule abläuft und warum das Format so erfolgreich ist, beschreibt Elif Menrath. Die Erzieherin und Diplom-Pädagogin arbeitet als Fachkraft für soziale Arbeit in schulischer Verantwortung und ist als BO-Koordinatorin Ansprechpartnerin für alle BO-Fragen.
Für den 9. und 10. Jahrgang unserer Schule führen wir regelmäßig je 90-minütige Einheiten durch. Wir haben uns dabei für das Modell entschieden, mit Ausbildungspaten zusammenzuarbeiten. Diese sind berufstätig oder schon im Ruhestand, bringen langjährige Erfahrung in der Personalführung mit und sind in der Lage, ein solches Format an der Schule interaktiv und abwechslungsreich zu gestalten. Sie ermutigen Jugendliche und helfen ihnen, ihre Stärken und Fähigkeiten zu entdecken, genau darauf kommt es an. Hilfestellungen bei Bewerbungen und Unterstützung auf dem Weg in ihre berufliche Zukunft runden das Angebot ab.
Der Wunsch unserer Paten war es, mit den Schülerinnen und Schülern ohne Beisein der Lehrkräfte zu arbeiten. Außerdem Alle sollten sich die Schüler*innen am nächsten Tag so kleiden, als hätten sie tatsächlich ein Bewerbungsgespräch. Neben den Gruppenphasen boten sie auch eine Art „Einzelbetreuung“ für diejenigen an, die aufgrund von Sprachbarrieren einen höheren Unterstützungsbedarf haben.
So also sah unsere Tagesplanung des zweitägigen Programms in der 9. Klasse aus:
Tag 1:
08:45-08:50 Uhr: Vorstellung der Ausbildungspaten
08:50-09:30 Uhr: Schüler:innen stellen sich reihum vor und berichten, wie weit sie in ihren Überlegungen schon sind: Ist ein Berufswunsch bereits vorhanden? Welches Praktikum wurde bereits absolviert? Welche Erwartungen gibt es an die beiden Tage?
09:55-11:25 Uhr: Anhand der mitgebrachten Bewerbungsschreiben werden in der Gruppe Vorschläge zur Verbesserung entwickelt.
11:50-13:10 Uhr: Fortsetzung Bewerbungsschreiben
13:10-13:20 Uhr: Vorschau auf den 2. Tag
Tag 2
08:45-11:25 Uhr: Vorstellungsgespräche – was wollen Arbeitgeber im Bewerbungsgespräch wissen? Welche Fragen dürfen dabei nicht gestellt werden? (Schwangerschaft, Familienplanung, Religionszugehörigkeit, Parteizugehörigkeit, Privatleben, Vorstrafen – soweit nicht für Arbeitsstelle relevant. Und: Wie sieht eine gute Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch aus? Ein Thema war auch, was bei Lampenfieber zu tun ist. Sprechübungen können hierbei sehr gut helfen. Danach gab es noch praktische Übungen mit anschließender Feedbackrunde.
11:50-13:10 Uhr: Gesprächsrunde zum Thema soziale Kompetenzen – warum sind sie so wichtig?
Mein Fazit: Unsere Schüler:innen waren von dem Event alle sehr begeistert und arbeiteten wirklich intensiv mit. Sie haben mich später immer wieder auf die Ausbildungspaten angesprochen und mir positive Rückmeldungen gegeben. Sie waren vor allem erstaunt darüber, dass es für ihren Einsatz kein Geld gab, dass sie also total freiwillig gemacht hatten. Wir werden an unserer Schule dieses Format beibehalten und im nächsten Schuljahr wieder durchführen. Es hat viel dazu beigetragen, dass die Jugendlichen und ich davon profitiert haben und viel für die weitere Lebensplanung mitnehmen konnten.
Möchten auch Sie über ein Projekt an Ihrer Schule berichten? Dann schicken Sie uns eine E-Mail an: boplus@berufsorientierung-plus.de
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