Berufe entdecken mit Bloom Future
„Wir wollen eine App entwickeln, die echte Probleme löst“

Wie kann Künstliche Intelligenz dabei helfen, einen passenden Beruf zu finden? Die Firma The Bloom Factory mit Sitz in Heilbronn zeigt es mit einer App. Diese stellt Jugendlichen Fragen zu Hobbies und Interessen und macht dann konkrete Vorschläge zu Ausbildung, Studium und Beruf. Mehr dazu erzählte uns im Interview Mitgründer Kevin Costa.
Kevin, auf eurer Homepage gibt es einen Film, der auffällig anders ist als andere zum Thema Berufswahl. Dramatische Musik, ein Jugendlicher kommt nach Hause, er wirkt bedrückt, stumme Begrüßung des Vaters. Er geht in sein Zimmer, greift zum Handy, öffnet eure App, die Lösung des Problems rückt näher. Die Idee dahinter versteht man, aber warum dieser düstere Einstieg? Habt ihr den Orientierungsprozess auch so belastend erlebt wie im Film?
Leider ja. Und nicht nur wir, sondern auch viele Schüler*innen erleben die Frage nach der Berufswahl so. Neben all den anderen Themen wirkt die Berufswahl oft wie ein riesiger Berg. Viele kennen ihre Stärken nicht genau und fühlen sich von den Möglichkeiten überfordert. Zum Glück hört unser Film genau dort nicht auf. Wir wollen an diesem Punkt ansetzen und früh begleiten.
Die von euch programmierte App nutzt KI, um darüber in eine Art Gespräch zu kommen, das mich als User voranbringt. Was sonst ein leibhaftiger Coach im Laufe eines längeren Beratungsgesprächs nach und nach entwickelt, soll die App schaffen. Und sie soll im Anschluss auch noch ein Match ermöglichen, also etwa direkt den Kontakt zu einem Unternehmen herstellen. Habe ich es einigermaßen richtig zusammengefasst?
Nicht ganz. Die App ist eher ein Begleiter im Alltag. Berufsorientierung soll nicht an einem Nachmittag abgehakt sein, sondern als Prozess wachsen. Die KI gibt Denkanstöße und unterstützt die Selbstreflexion. Beim Matching zeigen wir transparent, warum ein Beruf passt. Kein Black Box-Effekt. Ziel ist, dass Jugendliche reflektierter entscheiden und sicherer auf Unternehmen oder Hochschulen zugehen.
Ihr bietet ja auch Schulen an, ihnen bei der Nutzung der App zu helfen. Warum ist das notwendig? So kompliziert fand ich die Bedienung der App jetzt nicht.
Für Jugendliche ist die App sehr intuitiv. Für Lehrkräfte gibt es Materialien für den Unterricht und Unterstützung im Umgang mit KI. Warum wir trotzdem an Schulen gehen? Wegen des direkten Feedbacks. Wir wollen eine App entwickeln, die echte Probleme von Jugendlichen löst, nicht nur Erwachsenen gefällt.
Ihr hattet im Studium und bei euren beruflichen Anfängen schon mit KI zu tun. Wohin könnte die Reise noch gehen, speziell was die berufliche Orientierung betrifft?
KI entwickelt sich sehr schnell weiter und wir sind selbst gespannt, wohin die Reise geht. Schon heute kann sie neue Perspektiven aufzeigen und hilft, im Dschungel aus tausenden Berufen den Überblick zu behalten. Wichtig ist, sie nicht als Wunschautomat zu sehen, sondern als Denkwerkzeug. Die Entscheidung bleibt immer beim Menschen.
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